Logo, Flyer, Website – warum Marke und Web zusammengedacht werden sollten
Viele Unternehmen haben ein Logo von einem Grafiker, eine Website von einer Agentur und fragen sich, warum beides nicht zusammenpasst. Wie man das vermeidet – und was es kostet, wenn man es nicht tut.
Das klassische Problem
Ein Unternehmen gründet sich. Logo kommt vom Grafiker nebenan – gut gemacht, warme Farben, schöne Schrift. Dann kommt die Website. Die Agentur hat das Logo als JPG bekommen und darum herum eine Website gebaut. Die Farben passen ungefähr, aber nicht exakt. Die Typografie ist eine andere. Die Bildsprache auf der Website wirkt kühler als das Logo. Auf der Visitenkarte ist eine Farbe, auf der Website eine andere.
Keiner hat geschlampt. Alle haben ihren Job gemacht. Aber niemand hat das große Bild im Blick gehabt. Und das Ergebnis ist ein Markenauftritt, der aus der Nähe betrachtet inkonsequent wirkt.
Warum das häufiger passiert als man denkt
Grafikdesigner und Webagenturen arbeiten selten zusammen – oft aus logistischen Gründen. Der Grafiker arbeitet in einem anderen Tool als die Webagentur. Farbangaben werden nicht im richtigen Format übergeben. Das Logo wird in einer Version geliefert, die für Print optimiert ist, aber auf dunklem Hintergrund auf der Website nicht funktioniert. Schriften, die im Print-Design verwendet wurden, sind nicht für Web lizenziert.
Das sind keine theoretischen Probleme. Das sind Dinge, die wir in der Praxis regelmäßig sehen.
Was konkret passiert, wenn Marke und Web getrennt werden
Farben stimmen nicht überein
Print und Web verwenden unterschiedliche Farbräume. Wer das nicht von Anfang an koordiniert, hat am Ende leicht unterschiedliche Rottöne auf Visitenkarte, Website und Social Media. Für viele Kunden ist das marginal – aber für einen professionellen Gesamteindruck macht es einen Unterschied.
Schriften sind nicht web-optimiert
Print-Typografie und Web-Typografie funktionieren nach unterschiedlichen Regeln. Eine Schrift, die im Katalog auf Papier wunderschön wirkt, kann auf Bildschirmen schlecht lesbar sein. Wer das nicht abstimmt, hat entweder eine Website mit schlechter Lesbarkeit oder eine, die eine andere Schrift verwendet als der Rest der Materialien.
Das Logo liegt nicht in allen nötigen Varianten vor
Für eine Website braucht man das Logo in verschiedenen Varianten: auf hellem Hintergrund, auf dunklem Hintergrund, als Icon für Favicon, als transparentes PNG, als SVG für Skalierbarkeit. Wenn ein Grafiker nur für Print geliefert hat, fehlen diese Varianten – oder müssen mit Aufwand nachgebaut werden, was zu Qualitätsverlusten führen kann.
Was besser funktioniert
Die einfachste Lösung: Grafikdesign und Webdesign aus einer Hand. Wenn dieselbe Stelle beides macht, gibt es diese Koordinationsprobleme nicht. Farben werden einmal festgelegt, für Web und Print in den richtigen Formaten dokumentiert. Schriften werden für beide Einsatzbereiche ausgewählt. Das Logo wird sofort in allen nötigen Varianten angelegt.
Das setzt voraus, dass der Dienstleister beides kann. Wir tun das – deshalb bieten wir Grafikdesign als festen Bestandteil unserer Arbeit an, nicht als Anhang.
Wenn Grafikdesign und Webdesign wirklich bei verschiedenen Dienstleistern bleiben sollen: zumindest frühzeitig abstimmen. Wer sitzt bei welchem Kickoff-Gespräch? Welche Farb-Hexcodes werden definitiv verwendet? In welchen Formaten werden Dateien übergeben? Was ist das primäre Logo-Format für den Web-Einsatz?
Das klingt nach Overhead. Es ist aber die Basis dafür, dass am Ende alles zusammenpasst – ohne dass man nacharbeiten muss.
Was das für Unternehmen in der Eifel bedeutet
Für einen Handwerksbetrieb in Mechernich oder einen Gastronomen im Kreis Euskirchen ist das kein akademisches Thema. Es ist die Frage, ob Visitenkarte, Website und Schaufensterbeschriftung ein einheitliches Bild ergeben – oder ob man sieht, dass da drei verschiedene Leute dran waren, die nicht miteinander geredet haben.
Vertrauen entsteht durch Konsistenz. Konsistenz entsteht durch Koordination. Und Koordination ist am einfachsten, wenn einer das Steuer hält.
Über diesen Artikel
Erschienen am 3. Juni 2023. Aus unserer Erfahrung mit Grafikdesign- und Web-Projekten.
